
Von: Kristine De Martelaer – Viele Eltern sehen das Erlangen eines Schwimmabzeichens als Garantie dafür, dass ihr Kind im Wasser sicher ist. Kristine De Martelaer, Professorin an der Freien Universität Brüssel, betont jedoch, dass dies ein Irrglaube ist. Ein Abzeichen zeigt zwar, dass ein Kind die Grundlagen des Schwimmens beherrscht, bedeutet aber nicht automatisch, dass das Kind in allen Situationen im Wasser sicher ist. Kristine plädiert daher für einen breiteren Ansatz in der Schwimmausbildung, der Eltern und Kinder für die Grenzen des Schwimmabzeichens und die Bedeutung der Risikobewertung sensibilisiert.
In dieser Sitzung geht sie näher auf die Risiken überschätzter Schwimmfähigkeiten und die Notwendigkeit einer intensiveren Betreuung ein. Sie vergleicht die Schwimmsicherheit mit der Verkehrserziehung: Das Erlernen der Grundfertigkeiten ist nur der Anfang, genauso wie ein Kind zwar Fahrradfahren lernt, aber noch nicht selbstständig im Straßenverkehr fahren darf. Kristine erörtert auch die Notwendigkeit einer besseren Kommunikation mit den Eltern und die Bedeutung sowohl quantitativer als auch qualitativer Forschung, um die Notwendigkeit zusätzlicher Betreuung zu untermauern. Sie teilt die ersten Erkenntnisse aus dem europäischen Projekt ALFAC (Aquatic Literacy For All Children) zu Schwimmfähigkeiten und Risikowahrnehmung bei Kindern und hofft, damit politische Entscheidungsträger von einem umfassenderen Ansatz für Schwimmunterricht und -sicherheit zu überzeugen.
Diese Informationsveranstaltung findet um 10:00 Uhr und um 13:00 Uhr im Wissensbereich Nr. 3 statt.
Diese Wissenssession ist Teil des SchwimmbadBranche Tages. Weitere Informationen finden Sie unter zwembadbranche.be/dag
