Referenten des Wissensprogramms Schwimmbadbranchentag Belgien

Referenten des Wissensprogramms Schwimmbadbranchentag Belgien

Mitarbeiter binden und einbeziehen: der Schlüssel zum Erfolg für Schwimmbäder
von: Ief van Gompel

In Zeiten von Personalmangel ist das Finden und Halten engagierter Mitarbeiter eine große Herausforderung für Schwimmbäder. Auch Sport Beerse erlebt dies, aber durch die Schaffung einer positiven Arbeitsatmosphäre und die Übertragung von Eigenverantwortung an Mitarbeiter verzeichnet das Schwimmbad eine geringe Personalfluktuation. Neue Teammitglieder fühlen sich schnell zu Hause, und die Energie des Teams wirkt sich positiv auf das Besuchererlebnis aus. Für Ief van Gompel, seit 2012 bei Sport Beerse tätig, bilden Mitarbeiter das Herzstück der Organisation. Er strebt ein Arbeitsumfeld an, in dem sich Mitarbeiter wertgeschätzt und engagiert fühlen. Bei Sport Beerse erhalten Teammitglieder die Möglichkeit, mitzudenken und aktiv zur Atmosphäre und zum Erscheinungsbild des Schwimmbades beizutragen. In dieser Session teilt Ief konkrete Strategien und Erkenntnisse für Schwimmbadmanager und Entscheidungsträger, um die Mitarbeiterbindung und Arbeitszufriedenheit zu stärken, sodass Mitarbeiter zu einer tragenden Kraft für den Erfolg der Organisation werden. Er erläutert, wie Sport Beerse Personal anzieht und wie jedes Teammitglied eine aktive Rolle am Erfolg der Organisation erhält. Ief zeigt, wie ein engagiertes und zufriedenes Team einen nachhaltigen Unterschied machen kann, sowohl für die Mitarbeiter selbst als auch für das Schwimmbad und seine Besucher.

Die Gefahren der Überschätzung von Schwimmfähigkeiten und der Unterschätzung von Risiken
von: Kristine De Martelaer

Viele Eltern sehen den Erwerb eines Schwimmabzeichens als Garantie dafür, dass ihr Kind im Wasser sicher ist. Doch Kristine De Martelaer, Professorin an der Vrije Universiteit Brussel, betont, dass dies ein Irrtum ist. Obwohl ein Abzeichen anzeigt, dass ein Kind die Grundlagen des Schwimmens beherrscht, bedeutet dies nicht automatisch, dass das Kind in allen Wassersituationen sicher ist. Kristine plädiert daher für einen breiteren Ansatz in der Schwimmausbildung, der Eltern und Kinder für die Grenzen des Abzeichens und die Bedeutung der Risikobewertung sensibilisiert. In dieser Session geht sie näher auf die Risiken überschätzter Schwimmfähigkeiten und die Notwendigkeit weiterer Begleitung ein. Sie vergleicht Schwimmsicherheit mit Verkehrserziehung: Das Erlernen der Grundfertigkeiten ist nur der Anfang, so wie ein Kind Fahrradfahren lernt, aber noch nicht selbstständig am Straßenverkehr teilnehmen darf. Kristine erörtert auch die Notwendigkeit einer besseren Kommunikation mit Eltern und die Bedeutung sowohl quantitativer als auch qualitativer Forschung, um die Notwendigkeit zusätzlicher Begleitung zu untermauern. Sie teilt die ersten Erkenntnisse aus dem europäischen Projekt ALFAC (Aquatic Literacy For All Children) zu Schwimmfähigkeiten und Risikoerkennung bei Kindern und hofft, damit Entscheidungsträger von einem breiteren Ansatz in der Schwimmausbildung und -sicherheit zu überzeugen.

Schwimmunterricht, der Kinder strahlen lässt: erfahrungsorientiertes Arbeiten in der Praxis
von: Ludo Heylen

Wie stellen Sie sicher, dass Kinder nicht nur schwimmen lernen, sondern auch gerne zum Schwimmunterricht kommen? Mit erfahrungsorientiertem Schwimmunterricht wird eine Umgebung geschaffen, in der sich Kinder wohlfühlen und aktiv engagiert bleiben. Es wird ständig beobachtet, wie sich Kinder während des Unterrichts fühlen und wie aktiv und neugierig sie sind. Indem bewusst darauf eingegangen wird, entsteht eine dynamische Lernumgebung, die Kinder herausfordert und motiviert. Wesentlich dabei ist die Anwendung von sieben Faktoren, die das Engagement erhöhen, wobei Raum für eigene Initiativen eine wichtige Rolle spielt: selbst Entscheidungen bei den Übungsinhalten treffen und viel selbstständig arbeiten. Auch gemeinsames Lernen ist ein wirksames Mittel, bei dem Kinder sich gegenseitig inspirieren und unterstützen. Die klassische Reihenarbeit am Beckenrand weicht einem interaktiven Ansatz, der Ablenkung minimiert und Begeisterung maximiert. Ludo Heylen, eine Autorität im Bereich des erfahrungsorientierten Lernens, teilt in dieser Session seine Erkenntnisse. Als ehemaliger Direktor des Zentrums für Erfahrungsorientiertes Lernen (CEGO) in Leuven und Co-Autor zahlreicher Lehrbücher bringt er einen reichen Erfahrungsschatz mit. Er zeigt, wie man das Engagement von Kindern steigern und sie mit Freude lernen lassen kann. Damit der Schwimmunterricht nicht nur ein Fertigkeitstraining wird, sondern ein Erlebnis, an dem Kinder gerne teilnehmen und das sie genießen.

Wasserqualität und Gesetzgebung
von: Rudy Calders

In Flandern stammt die Gesetzgebung für Schwimmbäder aus den späten 90er Jahren, wurde aber im Laufe der Jahre regelmäßig angepasst und überarbeitet. Was genau bedeuten diese Regeln? Welche Wasserparameter werden gemessen und warum sind diese so wichtig? In den Niederlanden wurde die Gesetzgebung für Schwimmbäder seit 2024 erneuert, es gelten neue Parameter und Normen wurden angepasst. Während dieser Session geht Rudy Calders, Mikrobiologe am Provinzialinstitut für Hygiene (PIH) der Provinz Antwerpen, näher auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Flandern und den Niederlanden im Bereich der Wasseranalysen ein. Ist Flandern mit seinem aktuellen Ansatz überholt oder vielmehr ein Vorreiter in der Branche? Darüber hinaus bietet er in dieser Session einen klaren Überblick über den aktuellen Stand der Dinge und erörtert, wie Wasseranalysen bewertet werden können. Dabei wird den chemischen und bakteriologischen Aspekten des Schwimmbadwassers Aufmerksamkeit geschenkt. Es wird auch Innovation und Nachhaltigkeit betrachtet, unter anderem anhand der Besten Verfügbaren Techniken (BVT). Wie können neue Technologien zu einem effizienteren Management und einer besseren Einhaltung der Gesetzgebung beitragen? Mit praktischen Einblicken und verständlichen Erklärungen erhalten Sie Werkzeuge, um die Wasserqualität effektiv zu gewährleisten und die Gesetzgebung in die Praxis umzusetzen. So sind Sie wieder vollständig auf dem neuesten Stand der Entwicklungen im Wassermanagement.

Lebensrettendes Handeln: schnell und effektiv unter stressigen Bedingungen
von: Karel Logghe

Viele Menschen verlassen sich auf Grundkenntnisse der Ersten Hilfe oder eine einzelne Schulung als ausreichende Vorbereitung auf Notsituationen. Doch effektive Rettungstechniken gehen über die reinen Grundfertigkeiten hinaus. Was sind die wesentlichen Schritte, um Situationen schnell zu beurteilen und wirksam zu handeln, selbst wenn die Mittel begrenzt sind? In dieser Wissenssession lernen Sie, wie Sie in verschiedenen Situationen, mit oder ohne Hilfsmittel, lebensrettende Maßnahmen durchführen können, die wirklich den Unterschied ausmachen. Sie erfahren, wie Sie schnell und effektiv unter stressigen Bedingungen reagieren können und wie Improvisation mit begrenzten Mitteln oft lebenswichtig ist. Karel Logghe ist Vorsitzender der Reddingsfederatie (RedFed), des nationalen Verbandes für Rettungssport und -ausbildungen, und plädiert für eine breitere Sichtweise auf Rettungsfähigkeiten. Mit seiner langjährigen Erfahrung im Sicherheitssektor zeigt er Ihnen, wie Sie zielgerichtet und fachkundig in kritischen Situationen agieren können. So teilt er inspirierende Praxisbeispiele und betont vor allem die Psychologie des Handelns in Notsituationen, damit die Teilnehmer nicht nur Wissen erwerben, sondern auch mehr Selbstvertrauen entwickeln. Darüber hinaus erörtert er die Bedeutung von Vorbereitung und Prävention und wie kleine Anpassungen im Verhalten oder Ansatz große Auswirkungen haben können. Diese Session ist somit hervorragend geeignet für Fachleute in der Schwimmbadbranche und andere, die sich besser auf unerwartete Ereignisse vorbereiten möchten.